Parvovirus B19

Das Parvovirus B19 ist eine weit verbreitete Infektion, die zu Ringelröteln, einer leichten Ausschlagkrankheit, führt. Sie ist auch als „Ohrfeigenkrankheit“ bekannt, weil sie einen Ausschlag im Gesicht verursacht. Sie ist eine meist harmlose Kinderkrankheit, kann aber bei Erwachsenen schwerwiegendere Folgen haben und während der Schwangerschaft zu Problemen führen. Etwa 50 % der Erwachsenen sind gegen das Parvovirus immun, meist aufgrund einer Infektion in der Kindheit.

Auswirkungen des Parvovirus B19 auf die Schwangerschaft

In den meisten Fällen verläuft die Schwangerschaft bei Schwangeren, die sich mit dem Parvovirus B19 infiziert haben, normal und nur mit einer leichten Erkrankung.

In seltenen Fällen kann das Parvovirus zu einem Schwangerschaftsverlust und schwerer fetaler Anämie führen (diese Komplikationen treten jedoch in weniger als 5% der Fälle auf). Es kann auch zu Geburtsfehlern führen, die das zentrale Nervensystem, kraniofaziale Fehlbildungen (wenn der Schädel oder die Gesichtsknochen abnormal zusammenwachsen) und die Augen betreffen. Eine Parvovirus-Infektion in der Schwangerschaft wird auch in seltenen Fällen mit Hydrops fetalis (lebensbedrohliche Schwellung des Ungeborenen oder Neugeborenen) in Verbindung gebracht.

Es besteht ein höheres Risiko, dass das Parvovirus B19 das Baby schädigt, wenn sich werdende Mütter in der ersten Hälfte der Schwangerschaft infizieren.

Wie wird das Parvovirus B19 übertragen?

Das Parvovirus B19 verbreitet sich wie eine Erkältung – durch engen Kontakt mit einer infizierten Person, z.B. beim Husten oder Niesen, oder durch Handkontakt. Es kann auch durch Blut übertragen werden.

Eine schwangere Mutter, die mit dem Virus infiziert ist, kann es über die Plazenta an ihr Kind weitergeben. Das Virus befällt nur Menschen und wird daher nicht durch den Kontakt mit Tieren übertragen. Am häufigsten infizieren sich Kinder im Grundschulalter im Winter und Frühjahr. Nach einer Parvovirus-Infektion besteht eine lebenslange Immunität.

Symptome des Parvovirus B19

Häufige Symptome einer Parvovirus B19-Infektion sind: 

  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Ein allgemeines Krankheitsgefühl
  • Muskel- oder Gelenkschmerzen
  • Übelkeit
  • Schnupfen

Die oben genannten Symptome treten in der Regel 5-7 Tage nach der Infektion auf und halten nur 2-3 Tage an. Bei Menschen mit Thrombozytopenie (niedrige Thrombozytenzahl im Blut) können auch Blutergüsse auftreten. 

Einige Tage später erscheint ein leuchtend roter Ausschlag auf den Wangen, Händen oder Füßen (normalerweise entwickeln Kinder den Ausschlag, nicht Erwachsene). Wenn der Ausschlag auftritt, ist das Virus nicht mehr ansteckend. Etwa 20% der Menschen, die sich mit dem Parvovirus B19 infizieren, haben überhaupt keine Symptome.

Das Parvovirus B19 kann bei Menschen mit Anämie (wenn der Körper nicht über genügend gesunde rote Blutkörperchen verfügt) schwere Komplikationen verursachen und zu schwerer Anämie führen. Gefährlicher ist es auch für Menschen mit geschwächtem Immunsystem, z.B. HIV-Infizierte oder Menschen, die kürzlich eine Krebsbehandlung oder Organtransplantation hatten.

Diagnose des Parvovirus B19

Eine Infektion mit dem Parvovirus B19 wird durch einen Bluttest diagnostiziert, der zeigen kann, ob du gegen das Virus immun bist, ob du nicht immun bist und nie infiziert warst oder ob du kürzlich eine Infektion hattest.

Behandlung des Parvovirus B19

Derzeit gibt es keinen Impfstoff, der eine Ansteckung mit diesem Virus verhindern könnte. Aber es gibt einige Dinge, die du tun kannst, um das Risiko einer Infektion zu verringern, wenn du nicht immun gegen Parvovirus B19 bist:

  • Wasche dir häufig die Hände
  • Vermeide engen Kontakt mit kranken Menschen
  • Berühre nicht deine Augen, Nase oder deinen Mund, ohne dir vorher die Hände zu waschen

Wenn du glaubst, dass du während der Schwangerschaft mit dem Parvovirus B19 in Kontakt gekommen bist, wende dich so bald wie möglich an deinen Arzt oder deine Ärztin. Wenn ein Test zeigt, dass du dich infiziert hast, kann dir dein/e Ärzt*in empfehlen, dass du dich häufiger untersuchen lässt, Bluttests und Ultraschalluntersuchungen durchführen lässt, um die Gesundheit deines Babys zu überprüfen. 

Bei Säuglingen mit Hydrops oder Anämie erhöht die Behandlung mit einer intrauterinen Transfusion (Versorgung des Babys mit Blut über die Nabelschnur) die Chance erheblich, dass das Baby die Infektion überlebt. 

Um Symptome wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen zu lindern, kann man während der Schwangerschaft Paracetamol einnehmen. Menschen, die aufgrund der Infektion eine schwere Anämie entwickeln, müssen möglicherweise im Krankenhaus bleiben und erhalten Bluttransfusionen. Wenn du ein geschwächtes Immunsystem hast, erhältst du möglicherweise eine Behandlung mit Antikörpern (Immunglobulin-Injektionen).  

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