Diabetes mellitus Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)

Diabetes mellitus, im Folgenden nur noch als „Zuckerkrankheit“ oder „Diabetes“ bezeichnet, ist eine Erkrankung, bei welcher der Körper Zucker und Kohlenhydrate aus der Nahrung nicht richtig in Energie umwandeln kann. Dies geschieht, weil die Bauchspeicheldrüse das Hormon Insulin nicht in ausreichender Menge (oder überhaupt nicht) produziert oder der Körper es nicht gut nutzen kann, um Energie aus der Nahrung zu gewinnen. Infolgedessen ist der Blutzuckerspiegel zu hoch.

Es gibt verschiedene Arten von Diabetes; die häufigsten sind Typ 1, Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes. Diabetes beeinflusst die Gesundheit in vielerlei Hinsicht und kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen, wenn er nicht sorgfältig behandelt wird.

Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit

Diabetes kann den Menstruationszyklus durcheinander bringen und es erschweren schwanger zu werden. Er kann Oligomenorrhoe (wenn zwischen den Perioden 35 Tage oder mehr liegen) und Amenorrhoe (Ausbleiben der Periode für 6 Monate oder mehr) verursachen. Es ist erwiesen, dass Diabetes mit einer höheren Rate an primärer Ovarialinsuffizienz verbunden ist (wenn die Eizellreserve vor dem Alter von 40 Jahren erschöpft ist und die Menopause beginnt). Darüber hinaus wird Diabetes mit Fettleibigkeit, Untergewicht, polyzystischem Ovarialsyndrom (PCOS), Endometriumkrebs, diabetischen Komplikationen und Autoimmunerkrankungen in Verbindung gebracht, die alle die Fruchtbarkeit beeinträchtigen können.

Während der Schwangerschaft kann ein unkontrollierter Diabetes das Risiko für Fehlgeburten, Geburtsfehler, Totgeburten und Frühgeburten erhöhen. Es kann auch das Risiko erhöhen, dass dein Baby mit Atemproblemen oder einem niedrigen Blutzuckerspiegel geboren wird. Bei richtiger Behandlung und gesunder Lebensweise können jedoch viele Frauen mit Diabetes schwanger werden und eine erfolgreiche Schwangerschaft erleben.

Mögliche Ursachen von Zuckerkrankheit

Diabetes Typ 1

Diabetes Typ 1 tritt auf, wenn das körpereigene Immunsystem fälschlicherweise die Zellen der Bauchspeicheldrüse zerstört, die Insulin produzieren. Dadurch kann der Körper kein Insulin mehr herstellen. 

Diabetes Typ 2

Diabetes Typ 2 tritt auf, wenn der Körper nicht genügend Insulin produziert oder es nicht richtig verwendet. Viele Faktoren können das Risiko, an Diabetes Typ 2 zu erkranken, erhöhen, darunter:

Schwangerschaftsdiabetes ist ein Diabetes, der während der Schwangerschaft auftritt und in der Regel nach der Geburt wieder verschwindet. Frauen, die in der Vergangenheit an Schwangerschaftsdiabetes litten, haben ein höheres Risiko, später im Leben an Diabetes Typ 2 zu erkranken. 

Symptome

Häufige Anzeichen für Diabetes sind:

  • Unregelmäßige oder ausbleibende Periode
  • Durst
  • Häufiges Wasserlassen
  • Gewichtsabnahme
  • Müdigkeit 
  • Verschwommenes Sehen
  • Reizbarkeit
  • Langsam heilende Wunden
  • Häufige Infektionen (Zahnfleisch, Haut und Vagina)

Diagnose

Ärzte verwenden eine Reihe von Tests, um Typ-1- und Typ-2-Diabetes sowie Prädiabetes zu diagnostizieren.

  • Der HbA1c Test zeigt deinen durchschnittlichen Blutzuckerspiegel von den letzten 2 bis 3 Monaten an, indem er den Prozentsatz des Blutzuckers misst, der an das Hämoglobin (ein Protein in den roten Blutkörperchen, das für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich ist) gebunden ist. Überdurchschnittlich hohe Werte deuten auf Prädiabetes hin, und erhöhte Werte in 2 separaten Tests deuten auf Diabetes hin.
  • Beim stichprobenartigen Blutzuckertest wird zu einem zufälligen Zeitpunkt eine Blutprobe entnommen (unabhängig davon, wann du zuletzt etwas gegessen hast). Erhöhte Blutzuckerwerte führen zur Diagnose von Diabetes.
  • Beim Nüchtern Blutzuckertest wird der Blutzuckerspiegel gemessen, nachdem 8 bis 10 Stunden lang nichts gegessen wurde. Überdurchschnittlich hohe Werte deuten auf Prädiabetes hin, und erhöhte Werte bei zwei verschiedenen Tests führen zur Diagnose Diabetes. 
  • Beim oralen Glukosetoleranztest, der zur Diagnose von Typ-2-Diabetes verwendet wird, wird der Blutzuckerspiegel nach dem Fasten über Nacht gemessen. Anschließend wird der Blutzucker erneut gemessen, nachdem du eine zuckerhaltige Flüssigkeit getrunken hast. Ein Blutzuckerspiegel, der über dem Normalwert liegt, bedeutet Prädiabetes, und ein erhöhter Wert bedeutet, dass du Diabetes hast.

Wenn dein/e Ärzt*in glaubt, dass du Diabetes Typ 1hast, kann er einen Urintest durchführen, um nach Ketonen zu suchen und dein Immunsystem auf Autoantikörper zu untersuchen.

Behandlung zur Verbesserung der Fruchtbarkeit

Experten sind der Ansicht, dass eine Diabetesbehandlung zur Kontrolle des Blutzuckerspiegels den Menstruationszyklus regulieren und die Fruchtbarkeit deutlich verbessern kann. Bei richtiger Behandlung hast du fast die gleichen Chancen, schwanger zu werden wie Frauen, die keine Zuckerkrankheit haben.

Diabetes wird mit Insulin, Diabetes Medikamenten oder beidem behandelt, je nachdem, welchen Typ von Zuckerkrankheit du hast. Metformin ist das am häufigsten verschriebene Medikament zur Behandlung von Typ-2-Diabetes. Eine sorgfältige Überwachung deines Blutzuckerspiegels, eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung sind der Schlüssel zur Diabetesbehandlung. 

Du kannst mit einem LEVY-Ernährungsberater zusammenarbeiten, um einen persönlichen Ernährungsplan zu erstellen, der dir hilft, deine Gesundheits- und Reproduktionsziele zu erreichen. Iss reichlich nahrhafte, ballaststoffreiche, fett- und kalorienarme Lebensmittel wie frisches Obst und Gemüse, mageres Eiweiß und Vollkornprodukte für eine ausgewogene Ernährung.

Regelmäßige körperliche Betätigung ist für jeden wichtig, besonders für Personen mit Typ-2-Diabetes. Denn Bewegung senkt den Blutzuckerspiegel und macht das Insulin wirksamer. Eine gute Faustregel ist, sich an den meisten Tagen der Woche 30 Minuten zu bewegen. Wenn du an Typ-1-Diabetes leidest, sprich mit deinem Arzt über ein sicheres Bewegungsprogramm, um den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.

Während der Schwangerschaft musst du möglicherweise mit deinem/deiner Diabetolog*in  zusammenarbeiten, um deinen Behandlungsplan zu ändern und sicherzustellen, dass du deine Blutzuckerziele erreichen kannst, da hormonelle Veränderungen deinen Blutzuckerspiegel verändern können. Möglicherweise musst du deinen Essensplan, dein Bewegungsprogramm oder deine Medikamenteneinnahme ändern. Darüber hinaus können ein Rauchstopp und die Einnahme von pränatalen Vitaminen mit Folsäure dazu beitragen, dass du und dein Baby gesund bleiben.

Wenn du dich an deinen Behandlungsplan hältst und einen gesunden Lebensstil führst, kannst du dein Risiko für diabetesbedingte schwere Gesundheitsprobleme verringern und deine Chancen auf eine erfolgreiche Schwangerschaft deutlich verbessern.

Dieser Artikel wurde von einem/r Mediziner*in geprüft

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