Hyperandrogenemia Hyperandrogenämie

Hyperandrogenämie bedeutet, dass der Körper (Eierstöcke oder Nebennieren) zu viele Androgenhormone produziert. Androgene sind eine Gruppe von Sexualhormonen, darunter Testosteron, Androstendion und Dehydroepiandrosteronsulfat (DHEA-Sulfat). Der Freie-Androgen-Index, auf den LEVY Health ebenfalls achtet, ist ein Verhältnis von Testosteron zum Sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG) und wird verwendet, um festzustellen, ob du einen Androgenspiegel hast, der sich außerhalb des Normalwertes befindet. Hyperandrogenämie ist das häufigste hormonelle Ungleichgewicht bei Frauen, die Schwierigkeiten haben, schwanger zu werden – Wenn du betroffen bist, bist du damit also nicht allein!

Auswirkungen von Hyperandrogenämie auf die Fruchtbarkeit

Ein Überschuss an Androgenen im Körper kann den Eisprung beeinflussen. Einige Frauen mit dieser Erkrankung haben einen kürzeren Menstruationszyklus oder eine Störung der Lutealphase. Bei anderen ist der Zyklus länger, der Eisprung findet unregelmäßig statt oder bleibt ganz aus.

Mögliche Ursachen von Hyperandrogenämie

Eine Hyperandrogenämie wird häufig mit dem polyzystischen Ovarialsyndrom (PCOS) in Verbindung gebracht. Andere mögliche Ursachen sind: 

  • Tumore an den Eierstöcken, der Nebenniere oder der Hypophyse 
  • Schwere Hyperprolaktinämie 
  • Hypothyreose (Unterfunktion der Schilddrüse) 
  • Nicht-klassische kongenitale Nebennierenhyperplasie (genetisch bedingte Erkrankung der Nebennieren) 
  • Cushing-Syndrom (eine Störung, bei der die Nebennieren zu viel des Stresshormons Cortisol produzieren)
  • Anabole Steroide 

Auch die Insulinresistenz kann eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung einer Hyperandrogenämie spielen.

Symptome von Hyperandrogenämie

Körperliche Anzeichen einer Hyperandrogenämie können sich bereits in der Pubertät zeigen. Zu den Symptomen gehören:

  • Akne
  • Haarausfall
  • Fettleibigkeit
  • Eierstocktumore
  • Tiefere Stimme
  • Vermehrte Muskelmasse
  • Abnormale Gebärmutterblutungen
  • Vermehrte männliche Behaarungsmuster (Hirsutismus) im Gesicht, am Hals, am oberen Rücken, an den Armen, Beinen oder der Brust
  • Störungen der Periode, einschließlich Amenorrhoe (Ausbleiben der Periode) oder unregelmäßige Perioden

Es besteht ein enger Zusammenhang zwischen Hyperandrogenämie und Gewichtszunahme.

Diagnose von Hyperandrogenämie

Ärzt*innen diagnostizieren eine Hyperandrogenämie auf der Grundlage deiner Symptome und Bluttests, bei denen die Androgenhormonspiegel gemessen werden. Möglicherweise wird auch eine vaginale Ultraschalluntersuchung durchgeführt, um nach Zysten an den Eierstöcken, einem Symptom von PCOS, oder Eierstocktumoren zu suchen.

Der ACTH-Test ist ein weiterer Bluttest, der zur Diagnose von Nebennierenerkrankungen eingesetzt wird. Er misst den Spiegel des adrenocorticotropen Hormons (ACTH) im Blut (ein Hormon, das von der Hypophyse produziert wird und das Cortisol reguliert) und kann dazu beitragen, die Ursache eines hormonellen Ungleichgewichts zu finden.
Bei stark erhöhten Androgenspiegeln kann der/die Ärztin zusätzliche bildgebende Untersuchungen anordnen, um die Diagnose zu stellen, einschließlich einer MRT- oder CT-Untersuchung des Bauches. Wenn die Ursache für deinen hohen Androgenspiegel mit diesen Tests nicht gefunden werden kann, wirst du möglicherweise an eine/n Radiologin überwiesen, der einen erweiterten Bluttest durchführt. Bei diesem Test wird gleichzeitig Blut aus dem Arm sowie aus den Nebennieren- und Eierstockvenen entnommen, um die Quelle der überschüssigen Androgene zu finden.

Behandlung zur Verbesserung der Fruchtbarkeit

Die Behandlung der Hyperandrogenämie hängt von der Ursache ab. Bei PCOS verschreiben Ärzt*innen in der Regel eine Östrogen-Gestagen-Kombinationspille (auch Antibabypille genannt), um den Sexualhormonspiegel wieder ins Gleichgewicht zu bringen, die Periode zu regulieren und die Symptome zu lindern. In der Regel bessern sich die Symptome recht schnell – innerhalb von 3-4 Monaten nach Beginn der Einnahme der Pille. Lasse nach einigen Monaten der Pilleneinnahme einen weiteren Bluttest durchführen, um festzustellen, ob deine Geschlechtshormone wieder im Gleichgewicht sind. Wenn ja, kannst du die Pille absetzen und erneut versuchen, schwanger zu werden. Bedenke jedoch, dass der Zyklus wieder unregelmäßig werden kann und die Symptome nach dem Absetzen der Pille zurückkehren können.
Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind verschiedene andere Medikamente und Hormone, die den Eisprung auslösen. Dazu gehören Clomifen oder Letrozol, die den Körper dazu bringen, die Hormone FSH und LH zu produzieren. Dies hilft den Frauen oft, schwanger zu werden.
Darüber hinaus kann eine niedrige Dosis von Glukokortikoiden (wie Kortison) verschrieben werden, um den Androgen- und Kortisolspiegel wieder ins Gleichgewicht zu bringen, den Menstruationszyklus zu normalisieren und die Fruchtbarkeit zu fördern.
Bestimmte Änderungen der Lebensweise können ebenfalls helfen. Bei Frauen, die übergewichtig sind (BMI > 30) und an Hyperandrogenämie leiden, kann eine Gewichtsabnahme nachweislich den Androgenspiegel senken und den übermäßigen Haarwuchs reduzieren. Eine ausgewogene Ernährung kann helfen, den Hormonspiegel und den Menstruationszyklus zu regulieren und die Fruchtbarkeit zu verbessern.

Dieser Artikel wurde von einem/r Mediziner*in geprüft

  • Rizzo L et al. Low-dose glucocorticoids in hyperandrogenism. Medicine (B Aires). 2007;67(3):247-252.
  • Androgens. Cleveland Clinic. Aufgerufen am 26 Mai 2022. 
  • William T MD et al.: Diagnosis and Treatment of Polycystic Ovary Syndrome. Am Fa Physician. 2016 Jul 15;94(2):106-113. 
  • Screening and Management of the Hyperandrogenic Adolescent. Committee Opinion, 2019 Oct, no. 789. The American College of Obstetricians and Gynecologists. 
  • The Practice Committee of the American Society for Reproductive Medicine: The evaluation and treatment of androgen excess. Fert Stert. 2006;86(5):S241-S247. 
  • Al K et al.: Validity of serum testosterone, free androgen index, and calculated free testosterone in women with suspected hyperandrogenism. Oman medical journal. 2012;27(6):471.
  • Alpanes M et al.:Management of postmenopausal virilization. The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism, 2012;97(8), pp.2584-2588.
  • Altchek, A., Deligdisch, L. and Kase, N. eds., 2003. Diagnosis and management of ovarian disorders. Elsevier.
  • Ashraf S et al: Hyperandrogenism in polycystic ovarian syndrome and role of CYP gene variants: a review. Egypt J Med Hum Genet. 2019;20(25).
  • Dahlgren E et al.: Women with polycystic ovary syndrome wedge resected in 1956 to 1965: a long-term follow-up focusing on natural history and circulating hormones. Fertil Steril 1992;57:505–13.
  • DENIS A. MAGOFFIN, in The Ovary (Second Edition), 2004.
  • Diamanti-Kandarakis E et al.: Hyperandrogenemia: pathophysiology and its role in ovulatory dysfunction in PCOS. Pediatric endocrinology reviews: PER. 2016;3:198-204.
  •  Farhi DC et al.: Endometrial adenocarcinoma in women under 25 years of age. Obstet Gynecol 1986;68:741–5.
  • Gui, T et al.: A clinicopathological analysis of 40 cases of ovarian Sertoli–Leydig cell tumors. Gynecologic oncology. 2012;127(2), pp.384-389.
  • Kane, J et al.: Measurement of serum testosterone in women; what should we do? Annals of clinical biochemistry, 2011;44(1):5-15.
  • Knochenhauer ES et al.: Prevalence of the polycystic ovary syndrome in unselected black and white women of the southeastern United States: a prospective study. J Clin Endocrinol Metab 1998;83:3078-82
  • Meldrum DR & Abraham GE: Peripheral and ovarian venous concentrations of various steroid hormones in virilizing ovarian tumors. Obstet Gynecol. 1979;53:36 – 43.
  • Ng, L. and Libertino, J.M., 2003. Adrenocortical carcinoma: diagnosis, evaluation and treatment. The Journal of urology. 2003;169(1):5-11.
  • Olt, G. and Mortel, R., 1997. Hormone-producing tumors of the ovary. Endocrine-related cancer. 1997;4(4):447-457.
  • Ozdemir S et al.: Specific dermatologic features of the polycystic ovary syndrome and its association with biochemical markers of the metabolic syndrome and hyperandrogenism. Acta Obstet Gynecol Scand. 2010;89:199–204.
  • Quirk, J.T. & Natarajan, N.:Ovarian cancer incidence in the United States, 1992-1999. Gynecologic oncology. 2005;97(2), pp.519-523.
  • Rittmaster RS & Loriaux DL: Hirsutism. Ann Intern Med. 1987;106: 95–107.
  • Rosner W et al.: Sex hormone- binding globulin: anatomy and physiology of a new regulatory system. The Journal of steroid biochemistry and molecular biology. 1991;40(4-6), pp.813-820.
  • Rothman MS & Wierman ME: How should postmenopausal androgen excess be evaluated?. Clinical endocrinology. 2011;75(2):160-164.

You might also like...

Dysmenorrhoe (Regelschmerzen)

Dysmenorrhoe ist der medizinische Begriff für Regelschmerzen. Du kannst vor oder während deiner Periode Krämpfe oder andere Beschwerden bekommen

Leukozytose

Leukozytose bedeutet, dass die Anzahl der weißen Blutkörperchen (oder Leukozyten) über dem Normalbereich liegt. Diese Zellen sind die Kämpferzellen in deinem Immunsystem...

Eisenmangel

Eisenmangel bedeutet, dass du nicht genügend Eisen in deinem Körper hast. Eisen ist ein Mineral, das in der Nahrung vorkommt und für...

Folsäuremangel-Anämie

Folsäuremangel-Anämie ist eine Blutarmut (Anämie) aufgrund eines Mangels an Folsäure. Folsäuremangel bedeutet, dass dein Körper nicht genügend Folsäure enthält.

Eisenmangelanämie

Eisenmangelanämie ist eine Erkrankung, bei der der Körper aufgrund eines Eisenmangels, der über einen längeren Zeitraum andauert, nicht genügend gesunde rote Blutkörperchen...

Hyperandrogenämie

Hyperandrogenämie bedeutet, dass der Körper (Eierstöcke oder Nebennieren) zu viele Androgenhormone produziert. Androgene sind eine Gruppe von Sexualhormonen, darunter Testosteron, Androstendion und...

Subklinische Schilddrüsenunterfunktion

Subklinische Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion) bedeutet, dass der Spiegel des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH) höher als normal und der Spiegel des Schilddrüsenhormons Thyroxin (T4) normal...

Magersucht

Magersucht ist eine Form der Essstörung, bei der du deine Nahrungsaufnahme stark einschränkst, weil du große Angst vor einer Gewichtszunahme und ein...

Anmelden

Ja, ich möchte mich kostenfrei für den LEVY Fertility Code anmelden und den LEVY Newsletter abonnieren. Ich erhalte auf mich abgestimmte Informationen und weitere Details zum LEVY Fertility Code an die angegebene E-Mail-Adresse.


    Vorname

    E-Mail

    Alter


    Wo wohnst du?