Bulimie

Bulimie (oder Bulimia nervosa) ist eine Essstörung, die durch Essanfälle und dem Erbrechen der überschüssigen Nahrung gekennzeichnet ist, um eine Gewichtszunahme zu verhindern. Manche Menschen mit Bulimie versuchen auch, das übermäßige Essen durch die Einnahme von Abführmitteln, Fasten oder übermäßigen Sport zu kompensieren. Essstörungen sind bei Frauen in der Pubertät und im gebärfähigen Alter weit verbreitet, du bist also nicht allein.

Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit

Eine häufige Auswirkung der Bulimie ist die Gewichtszunahme, da die durchschnittliche Bulimikerin Tausende von Kalorien zu sich nimmt, die schon vor der erneuten Entleerung absorbiert werden. Infolgedessen sind viele Bulimikerinnen übergewichtig, was die Zyklushormone LH und FSH stört und den Eisprung beeinträchtigt. Selbst bei bulimischen Frauen mit normalem Körpergewicht kommt es häufig zu Amenorrhoe (Ausbleiben der Periode), von der bis zu 40 % der Betroffenen betroffen sind.

Bulimie wird auch mit anderen hormonellen Ungleichgewichten in Verbindung gebracht, darunter ein niedriger Östrogenspiegel, ein Androgenüberschuss (Hyperandrogenämie) und das polyzystische Ovarsyndrom, die alle die Fruchtbarkeit beeinträchtigen. Darüber hinaus kann ein durch Bulimie bedingter Nährstoffmangel die Qualität der Eizellen beeinträchtigen und die Empfängnisfähigkeit erschweren.

Bulimie in der Schwangerschaft wird mit Fehlgeburten, Frühgeburten und postpartalen Depressionen in Verbindung gebracht.

Mögliche Ursachen

Bulimie und andere Essstörungen sind eine Möglichkeit, mit schmerzhaften Gefühlen fertig zu werden. Bulimie steht in engem Zusammenhang mit einem Trauma in der Vergangenheit. Untersuchungen haben ergeben, dass etwa ein Drittel der Menschen mit Bulimie eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) in ihrem Leben erlebt haben. 

Stressige Veränderungen im Leben, wie eine Trennung oder ein Arbeitsplatzwechsel, aber auch genetische Faktoren, Hormone und sozialer Druck aus dem Umfeld können bei der Entwicklung einer Bulimie eine Rolle spielen. 

Oft wird eine Person bulimisch, nachdem sie eine Diät gemacht hat, und bis zu 30 % der Bulimiekranken haben eine Vorgeschichte mit Magersucht.

Symptome

Bulimie kann die folgenden körperlichen Probleme verursachen:

  • Amenorrhöe (Ausbleiben der Periode)
  • Unregelmäßige Zyklen
  • Halsschmerzen, die nicht verschwinden
  • Geschwollener Hals und Kiefer
  • Zahnverfall und Zahnverfärbung
  • Säurereflux und Magenprobleme
  • Dehydrierung
  • Vitaminmangel

Häufiges Erbrechen kann ein Ungleichgewicht wichtiger Elektrolyte wie Kalium verursachen, das zu Lethargie, trübem Denken, unregelmäßigem Herzschlag, Nierenproblemen und sogar zum Tod führen kann. 

Behandlung zur Verbesserung der Fruchtbarkeit

Die Forschung zeigt, dass die Behandlung von Bulimie und den damit zusammenhängenden Ernährungsdefiziten den Menstruationszyklus wieder normalisieren und damit die Fruchtbarkeit deutlich verbessern kann.

Um deine Essstörung zu überwinden und ein gesundes Verhältnis zum Essen zu entwickeln, musst du zunächst herausfinden, was den Ausbruch der Bulimie ausgelöst hat, und die zugrunde liegende psychologische Ursache behandeln. Dazu ist es am besten, sich an eine Fachkraft für psychische Gesundheit zu wenden, die auf Essstörungen spezialisiert ist.

Bei LEVY Health bieten wir eine persönliche Ernährungsberatung an. Unsere Coaches unterstützen dich mit Wissen über gesunde Ernährungsgewohnheiten und erstellen Essenspläne, um sicherzustellen, dass du alle Nährstoffe zu dir nimmst, die du für deine allgemeine Gesundheit und Fruchtbarkeit benötigen.

Eine Schwangerschaft ist für den Körper einer Frau sehr anstrengend, und deshalb ist es wichtiger denn je, den Körper mit nährstoffreichen Lebensmitteln zu versorgen. Eine Gewichtszunahme während der Schwangerschaft kann einen Rückfall in eine Essstörung auslösen. Achte daher auf die Anzeichen von Bulimie und lass dich gegebenenfalls behandeln, um eine erfolgreiche Schwangerschaft zu erleben.

Dieser Artikel wurde von einem/r Mediziner*in geprüft

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