Erfahrungen im Kinderwunsch

Julia erzählt über ihre Erfahrungen im Kinderwunsch Teil 1

Julia ist 38 Jahre alt. Sie und ihr Mann versuchen seit über einem Jahr, ein Kind zu bekommen, leider ist es wider Erwarten gar nicht so einfach. Julia ist ein Alias. Sie würde ihre Geschichte zwar sehr gerne unter ihrem richtigen Namen veröffentlichen, ist aber grad auf Jobsuche und hat Bedenken, dass sich dies bei einer potentiellen Stelle negativ auf ihre Chancen auswirken könnte. Leider hören wir diesen Satz recht häufig von Frauen die auf Jobsuche sind oder auch schon einen Job haben. Sie haben Bedenken, dass ihr Kinderwunsch auf beruflicher Ebene nicht gern gesehen wird und gegen sie benutzt wird.

Julia ist auf uns zugekommen, weil sie gerne ihre Geschichte teilen wollte, damit andere Frauen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden, verstehen, dass sie nicht allein sind.

Julia, seit wann versucht ihr ein Kind zu bekommen und wie hast du gemerkt, dass es mit dem Kinderkriegen bei euch schwierig ist?

Wir versuchen seit Anfang 2021 ein Kind zu bekommen. Dabei wollten wir aber noch Spaß haben und hatten dementsprechend keinen “Projektplan” dafür, sondern haben es erstmal so locker laufen lassen.
Schon recht früh gab mir eine Freundin, die bereits in KiWu Behandlung war, den Tipp, dass wir uns frühzeitig durchchecken lassen sollten, um nicht dieselbe Erfahrung wie sie machen zu müssen. Wie das aber so ist, tut man solche gut gemeinten Ratschläge leicht ab und denkt sich “ach Quatsch das brauchen wir nicht”.
Nachdem wir dann aber schon eine Weile erfolglos versuchten ein Kind zu bekommen und wir leider auch nicht jünger werden, haben wir uns doch ein Herz gefasst und beschlossen, uns durchchecken zu lassen.

Mit dieser Entscheidung sich “einfach kurz durchchecken zu lassen” fing das Ganze an.

Zuerst kam die Frage: “Wohin geht man dafür eigentlich?”

Wir haben uns dann für eine Kinderwunsch Klinik entschieden. Damals waren noch alle Covid-19 Maßnahmen in Kraft, und es gab nur online Beratungsgespräche. Dieses “Vorstellungsgespräch” fiel deswegen leider sehr spärlich aus, sie haben recht wenig gefragt und dann direkt mit den Untersuchungen begonnen. Zuerst musste ich in die Klinik, um alles bei mir durchchecken zu lassen, dann kam mein Mann mit seinem Spermiogramm dran. Vielleicht hätte eine andere Klinik es besser gemacht, aber den Vergleich haben wir leider nicht.

Bei meinen Untersuchungen hat sich herausgestellt, dass ich für mein Alter eine unfassbar geringe Eizellenreserve habe. Das war ein großer Schock für mich!
Außerdem wurde mir noch empfohlen, wegen meiner starken Regelschmerzen eine Bauchspiegelung machen zu lassen, um organisch abzuklären, ob alles in Ordnung ist. Dabei wurde festgestellt, dass ich Endometriose 2. Grades habe.

Zusätzlich zu meinen Diagnosen kam nun auch die Auswertung des Spermiogramms meines Mannes zurück. Leider fiel dies auch nicht gut aus. Dementsprechend ist mit unseren Voraussetzungen eine ICSI die beste Option unseren Kinderwunsch zu erfüllen.
Mit diesem Wissen an der Hand haben wir erstmal unsere Krankenkasse gewechselt, da unsere vorherige Krankenkasse nur 50% der Kosten übernommen hätte. Da so ein Wechsel immer eine Weile dauert, haben wir die Zeit genutzt, um die Untersuchungen machen zu lassen, die uns von der Kinderwunschklinik empfohlen wurden.

Unabhängig zu den Empfehlungen der Klinik ging ich noch zu einer TCM Medizinerin. Bei ihr habe ich mich sehr gut betreut gefühlt und sie war auch die Erste, die mir viele Dinge erklärt hat. Sie hat mich sehr gut abgeholt und mir viel erklärt auch über meinen Zyklus. Dinge, die man wissen sollte, die einem aber nie erklärt wurden. Diese Erklärungen hätte ich mir schon von den Ärzt*innen in der Kinderwunschklinik gewünscht.

Nachdem wir dann die Krankenkasse gewechselt hatten, konnten wir im Oktober 2021 mit der ersten ICSI starten. Wir hatten vier Eizellen, davon haben sich Zwei befruchten lassen und ich war tatsächlich kurz schwanger. Leider hielt die Schwangerschaft nicht lange und ging relativ schnell ab. Es war nicht ganz sicher, ob es sich um eine Eileiterschwangerschaft handelte, wodurch es einige sehr hektische Wochen waren.

Kurz nach dem Abort, habe ich noch zwei Zysten bekommen, weswegen ich meinem Körper erstmal 2 Monate Zeit geben wollte, um sich zu erholen.
Ich hatte sehr starke Nebenwirkungen durch die Medikamente, die ich für die ICSI einnehmen musste und habe darunter sehr gelitten. Grad mit dem Progesteron, was man nach einer Befruchtung einnehmen muss, hatte ich zu kämpfen – es war für mich mit Abstand das schlimmste Medikament. Ich konnte quasi einen Haken bei jeder möglichen Nebenwirkung des Beipackzettels machen. Da hätte ich mir vorab eine bessere Aufklärung über die möglichen Nebenwirkungen von meinem behandelnden Arzt gewünscht. Ich habe mich gar nicht mehr wie ich selbst gefühlt.

Im Februar 2022 haben wir dann die zweite Runde ICI gewagt. Dieses mal hatten wir 4 Eizellen und keine davon hat sich befruchten lassen. Bei der dritten Runde haben wir nur 2 Eizellen entnehmen können und auch diesmal hat sich keine Eizelle befruchten lassen. Der letzte Versuch ist noch nicht so lange her und seitdem haben wir erstmal eine Pause eingelegt.

Inzwischen konnten wir auch herausfinden, dass das Land Berlin Paare mit Kinderwunsch bezuschusst – dies haben wir nun beantragt. Das war auch etwas, was uns niemand gesagt hat und wir selbst darauf kommen mussten.

Im nächsten Monat steht jetzt unsere nächste Runde ICSI an. Dieses mal machen wir das Ganze aber etwas anders und werden einem anderen Medikamentenprotokoll folgen, in der Hoffnung, dass die Nebenwirkungen weniger stark sind und wir qualitativ hochwertige Eizellen bekommen.
Parallel bin ich aber auch weiterhin bei meiner chinesischen TCM-Medizinerin in Behandlung.

 

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