Antiphospholipidsyndrom Autoimmunerkrankungen Kinderwunsch

Antiphospholipidsyndrom (APS)

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Das Antiphospholipidsyndrom ist eine Autoimmunerkrankungen, bei der sich das Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigenes Gewebe richtet. Phospholipide spielen eine wichtige Rolle in der Blutgerinnung. Werden sie vom Körper angegriffen, kann das zu einer erhöhten Blutgerinnung (das Blut wird dick) oder aber auch zu einer erhöhten Blutungsneigung (das Blut wird dünn) führen. Beides kann zu einer Fehlgeburt, einer Frühgeburt und/oder zu Schwangerschaftskomplikationen führen.

Studien zeigen, dass bis zu 5% der Bevölkerung APLA-positiv sind, also Antikörper im Blut haben. Doch längst nicht bei jedem treten auch Symptome auf. Frauen erkranken deutlich häufiger als Männer; oft schon mit Mitte 20, was für Frauen mit Kinderwunsch natürlich alles andere als ideal ist. Die Ursachen des Antiphospholipidsyndroms sind bis heute unklar.

Wie erkennst du, dass du das Antiphospholipidsyndrom (APS) hast?

Die beiden wichtigsten Symptome eines Antiphospholipidsyndroms sind Blutgerinnsel. Wenn sie im Körper ein Blutgefäß verstopfen, spricht man von einer Thrombose. Thrombosen in den Venen kommen zumeist in den Beinen vor und äußern sich durch ein Schweregefüh und ziehende Schmerzen. Thrombosen der Arterien (Embolien) treten bevorzugt bei Blutgefäßen auf, die das Gehirn versorgenden, und können zu einem Schlaganfall führen.

Antiphospholipidsyndrom (APS) & Fehlgeburt

Verschlüsse an den für die Versorgung des Mutterkuchens zuständigen Plazentagefäßen sind zumindest mitverantwortlich für die Schwangerschaftskomplikationen, die bei Frauen mit APS überproportional oft auftreten. Dazu gehören wiederholte Fehlgeburten, insbesondere nach der 10. Schwangerschaftswoche und später, Frühgeburten und auch der Fruchttod im Mutterleib.

Wie wird das Antiphospholipdsyndrom (APS) diagnostiziert?

Die Symptome des Antiphospholipidsyndroms alleine lassen keine eindeutige Diagnose zu, da sie auch im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen auftreten können. Um ein Antiphospholipidsyndrom sicher festzustellen, müssen deshalb ergänzende Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Letzteres beinhaltet den Nachweis bestimmter Autoantikörper in Blut der Patienten. 2006 überarbeitete ein Expertengremium die folgenden bis heute gültigen Kriterien, die zur definitiven Diagnostik der Krankheit heranzuziehen sind:

Klinische Kriterien

1.) vaskuläre Thrombosen

Eine oder mehrere klinische Episoden von arteriellen und venösen Thrombosen in einem Gewebe oder Organ. Die Blutgerinnsel sollten mit bildgebenden Verfahren oder durch eine histologische Diagnostik – also durch die Untersuchung von Gewebeproben – bestätigt werden.

2.) Schwangerschaftskomplikationen:

a) Ein oder mehrere ungeklärte intrauterine Fruchttode eines morphologisch normalen Feten nach der 10. Schwangerschaftswoche.
b) ein oder mehrere Frühgeburten von morphologisch normalen Neugeborenen in oder nach der 34. Schwangerschaftswoche, entweder auf Grund von schwerer Präeklampsie beziehungsweise einer Eklampsie oder bedingt durch eine Plazentainsuffizienz.
c) Drei oder mehr unerklärliche spontane Fehlgeburten vor der10. Schwangerschaftswoche, wobei Anomalien im mütterlichen und väterlichen Erbgut sowie hormonelle Abnormitäten bei der Mutter ausgeschlossen sein müssen.

Laborparameter

1.) Erhöhte Werte (Titer) von Antikardiolipinantikörpern im Blut bei mindestens zwei Messungen im Abstand von nicht weniger als zwölf Wochen.
2.) Nachweis von Lupus-Antikoagulans im Blutplasma. Auch hier müssen die Werte bei zwei oder mehr mindestens zwölf Wochen auseinander liegenden Gelegenheiten bestimmt werden.
3.) Erhöhte Anti-Beta-2-Glycoprotein-1-Antikörper bei zwei Messungen im Mindestabstand von 12 Wochen.
Die definitive Diagnose Antiphospholipidsyndrom darf gestellt werden, wenn mindestens ein klinisches und ein Laborkriterium erfüllt sind.

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Wie wird die Erkrankung APS behandelt?

Sofern keine triftigen gesundheitlichen Gründe (Kontraindikationen) vorliegen, wird dann die Behandlung mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure empfohlen. Das Medikament hemmt das Zusammenklumpen der Blutplättchen (Thrombozyten) und kann so der Entstehung von Thrombosen und Embolien entgegen wirken. Allerdings liegen auch hier noch keine eindeutigen Studienergebnisse vor. Deshalb ist es legitim, asymptomatische APS-Patienten nur zu beobachten.

Anders liegt der Fall, wenn bereits ein thrombembolisches Ereignis aufgetreten ist. Als Prophylaxe vor weiteren Thrombosen und Embolien sollte dann eine langfristige gerinnungshemmende Therapie durchgeführt werden. Am effektivsten gelingt dies mit den so genannten Cumarinen, die aber mit einem erhöhten Risiko für unter Umständen lebensbedrohliche Blutungskomplikationen behaftet sind. Deshalb ist eine lebenslange Antikoagulation mit Cumarinen nur bei APS-Patienten mit wiederholten und/oder schweren thromembolischen Komplikationen uneingeschränkt indiziert.

Bei weniger schweren Manifestationen wird eine spätere Umstellung auf niedrig dosierte Acetylsalicylsäure empfohlen – wobei auch hierfür die wissenschaftliche Datenlage noch unsicher ist.

Schwangere APS-positive Frauen sind immer Hochrisikopatienten, die besonders sorgfältig überwacht werden müssen. Hatten sie bislang weder Thrombosen noch Komplikationen in vorherigen Schwangerschaften, wird eine Behandlung mit niedrig dosierter Acetylsalicylsäure empfohlen. Diese wird durch die Gabe von Heparin, das die Blutgerinnung hemmt, ergänzt, wenn die Patientinnen bereits eine Fehlgeburt erlitten haben. Studien zeigen, dass sich durch diese Kombinationsbehandlung die Gefahr eines weiteren Aborts senken lässt.

Für alle Patienten mit Antiphospholipidsyndrom ist es wichtig, andere Faktoren, die das Thromboserisiko erhöhen, so gut als möglich zu eliminieren. Dies bedeutet beispielsweise, auf das Rauchen zu verzichten. Bei sekundären Formen ist eine wirksame Behandlung der Grunderkrankung erforderlich – und kann sogar dazu führen, dass das APS wieder vollständig abklingt. Bei primären Formen sind solche Normalisierungen hingegen selten.

 

 

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